Künstler: Es würde einer Farce gleichen, wenn ich hier noch großartig über die Person Britney Spears berichten würde. Also beschränken wir uns lieber auf die Musik. Als Spears 1999 ihr Debütalbum veröffentlichte, war zugleich eine absolute Popsensation geboren. Ich weiß noch in der Schule hörte jeder auf seinen Walkmen “Baby One More Time”. Das Album verkaufte sich über 25 Mio mal weltweit. Das nachfolgende Album “Ooops…I Did It Again” war nahezu genauso erfolgreich und zumindest was die Qualität der Singles angeht noch einmal ein Niveausprung. Auf Albumlänge konnte Spears ihr Niveau nie bestätigen, woran aber auch die Produzenten und Songwriter vordergründig Schuld sind. Das Phänomen “Britney” ist eigentlich kurios. Denn eine starke Gesangsstimme konnte die Sängerin seit ihrer Kindheit nicht mehr nachweisen. Mehr oder weniger prägte sich der durch Vocoder, Autotune und Effekte überzogene Eindruck der Stimme in unsere Köpfe ein. Bereits mit dem dritten Album ging es rapide bergab mit der Sängerin. Ihr Album “Britney” landete zwar auf der 1 in den US-Charts, aber die Kritiker standen dem Produkt nicht mehr völlig begeistert entgegen und auch die Singles waren größtenteils Flops. Es folgte noch eine grandiose Auskopplung namens “Toxic” aus dem vierten Album “In The Zone” und das war es dann für’s erste mit der Musik-Karriere. Nach zahlreichen Skandalen, die man nicht besprechen muss, kam es mit den vernünftigen Dancepop-Alben “Blackout” und “Circus” zum Comeback, das Spears wieder die nötige positive Publicity und auch zahlreiche positive Alben Besprechungen einbrachte.
Album: 2011 soll einmal mehr zum Jahr der Britney Spears werden. “Femme Fatale” ist das bereits siebte Album der Sängerin und zugleich das letzte vorgesehene beim Jive-Label. Produziert wurde das Album üblicherweise von Max Martin, der sich mit Dr. Luke (Avril Lavigne) einen weiteren renommierten Produzenten hinzugezogen hat. Musikalisch hat sich eine Mixtur aus den beiden letzten Alben ergeben. Der Opener “Till The World Ends” ist ein sehr eingängiges Dancefloor-Stück, das mitunter zu gefallen weiß. Durch die gewaltigen Synthies ist Britneys Stimme kaum noch als diese wahrzunehmen, aber ansonsten lässt sich nichts Negatives sagen. Es folgt die erste Single “Hold It Against Me”, die dann schon weniger innovativ ist und definitiv an einige frühere Britney-Singles erinnert. Das haben wir alles schon mal aus diesem Mund gehört, schade. Etwas schleppender bzgl. des Tempos agiert “Inside Out”, arbeitet aber ebenso mit vielen Electrosounds, stampfenden Bässen und Britneys dünner, markanter Stimme. Durchschnitt. “I Wanna Go” geht wieder straight auf die Tanzfläche und versucht mit eingängiger Pfeifmelodie (eine tragische Erinnerung an schlimme Sommerhits 2010) und sehr viel Vocoder-Gesang zu punkten. Um es mal so auszudrücken, es gab auf “Blackout” und “Circus” wesentlich schlechtere Songs zu hören als diesen. Bei der Produktion von “How I Roll” hat wohl einer der Produzenten zu viel M.I.A. gehört, denn der Beat des Songs scheint doch nicht ganz unbeabsichtigt danach zu klingen. Aber solange man nur Gutes imitiert erscheint mir das logisch, denn “How I Roll” besteht letztlich genau aufgrund des Beats. Eine starke Uptempo-Nummer ist “(Drop Dead) Beautiful”, dem man wirklich alte Stärken nicht absprechen kann. Mit dem Track wurde wirklich gute Arbeit abgeliefert. “Seal It With A Kiss” schwimmt unaufgeregt im oberen Durchschnitt ohne wirklich zu überzeugen. Der schlechteste Track des Albums ist die Zusammenarbeit mit BEP-Mastermind Will.I.Am. “Big Fat Bass” ist sowohl lyrisch als auch musikalisch absolut am Boden der Niveaulosigkeit angekommen. Absolut überladen und nicht eingreifbar. Auch “Trouble For Me” hat es schwer die Bedeutungslosigkeit zu verlassen. Zum Glück schafft “Trip To Your Heart” den Sprung. Eine schöne Melodie, sympathisch gesungen und irgendwie der erste Song dem man etwas wie Emotionen abgewinnen kann. Sehr schön! Auch “Gasoline” macht mehr richtig als falsch. Da hört man sogar ganz leise einige Gitarrenriffs, eine (vielleicht) echt eingespielte Basspur (wohl eher doch nicht), aber auf jeden Fall hört man einen ansprechenden Popsong. Zum Abschluss gibt es ebenfalls eine starke Nummer. “Criminal” hat ein paar kleine musikalische Überraschungen, einen sehr eingängigen aber gefallenden Refrain und gegen Ende des Songs hört man sogar eine vocoderlose Britney-Stimme. Beachtlich!
Fazit: “Femme Fatale” fehlen die ganz großen Überhits, dafür hat das Album auch nur einen Ausfall und ist damit in der Summe wesentlich besser als “Blackout” und “Circus” zu bewerten. Ich finde das Album gelungen. Ich bin nicht grade ein Fan der Künstlerin und würde sogar sagen, dass “Femme Fatale” auf die gesamte Spielzeit gesehen vielleicht das beste Album von Spears ist.
Highlights: „How I Roll”, “(Drop Dead) Beautiful)”, “Trip To Your Heart”, “Gasoline”, “Criminal”
Gesamteindruck: 7/10












Auch dieses Album ist inhaltlich so geschmackvoll wie Kamillentee im dritten Aufguss. Keine Musik, aber als Testsignal für schlechte Lautsprecher vielleicht noch irgendwie nützlich. Britney bewegt ohne PR-Abteilung nichts mehr. Das 0815-Zeug, was heutzutage als Musik verkauft werden soll, zieht keinen Hering vom Teller. Meine Meinung zum Album: So überflüssig wie Euter am Bullen. Ob es in der Zukunft Menschen geben wird, die sich an Britney Spears erinnern werden? Sicher nicht. Alles nur noch Fast Food für die Ohren. Und die stehen seit geraumer Zeit auf Durchzug, weil es keine Songs mehr gibt, die Jahrzehnte später noch gespielt werden.